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Der etwas andere Schulunterricht hat der Klasse 3a viel Spaß gemacht.

Kinderschreie in der Grundschule
verfasst von Ralf Alsfeld

Sich gegenseitig rumschubsen, mal lauthals schreien und im Unterricht richtig austoben zu dürfen, ist ein Traum vieler Kinder. Für die Klasse 3a der Schwerpunktschule Nierstein wurde dieser Traum kurz vor den Sommerferien Wirklichkeit: Die Klassenlehrerin Alexandra Rehm hatte gemeinsam mit dem Niersteiner Judotrainer Ralf Alsfeld für ihre Schüler einen vierstündigen Kurs »Judo und Selbstbehauptung « durchgeführt. »Die Klasse hatte sich mit der Frage beschäftigt, wie Streit entsteht und wie man diesen auf dem Pausenhof vermeiden kann. Um dies auch einmal praktisch durchspielen zu können, haben wir Herrn Alsfeld eingeladen, der an unserer Schule bereits mehre Judoschulungen durchgeführt hat«, beschreibt Rehm die Ausgangssituation.

Gesagt, getan: An diesem betreffenden Schultag war für die Kids plötzlich vieles anders. Statt im üblichen Morgenkreis saßen sich Schüler, Lehrerin und Trainer um acht Uhr morgens in der Turnhalle im Kreis zum Mokuso – dem Judogruß – gegenüber. In Rempel- und Rangelspielen durften sich alle erst einmal austoben und spielerisch kleine Bosheiten ausprobieren. Die nächsten Aufgabenstellungen des Trainers waren dann schon ein wenig kniffliger. Nun galt es, schwierige Situationen im Voraus zu erahnen, die Körpersprache des Gegenübers »lesen zu lernen«, die eigene Körpersprache zu kontrollieren und sich eindeutig abzugrenzen. »Erwachsene haben oft große Hemmungen, mit einem klaren, lauten »Nein« oder »Stopp« zu zeigen, dass jemand bei ihnen eine Grenze überschreitet – obwohl hierdurch frühzeitig Missverständnisse vermieden werden können. Bei Kindern ist diese Hemmschwelle noch weniger ausgeprägt«, weiß der Judoka zu berichten. So konnte man fast in der gesamten Schule ein immer lauter und selbstbewusster werdendes »Halt«, »Stopp« oder »Nein« vernehmen – verbunden mit einem nicht minder lauten Lachen. Natürlich kamen auch die Judotechniken nicht zu kurz. In der kurzen Zeit lernten die Kinder richtig nach hinten zu fallen, den Wurf »O-soto- otoshi« zu werfen und den Partner mit dem Haltegriff »Kesa-gatame« am Boden zu fixieren.

Dieser etwas andere Unterricht hat Schülern und Lehrkräften viel Spaß gemacht; einige Schüler möchten nun auch am regulären Judotraining teilnehmen und noch weitere Judotechniken erlernen. Die Schule und die Judoabteilung des TV Nierstein werden ihre Kooperation auch weiter fortsetzen, so dass auch künftig immer wieder mal ein sehr lautes »Stopp« oder »Nein« zu hören sein wird.

Die Judoabteilung freut sich über jeden neuen Interessenten. Die Trainingszeiten: dienstags 17 bis 18 Uhr für Anfänger und 18 bis 19.30 für Fortgeschrittene sowie freitags 17 bis 18.30 Uhr für Anfänger, 18.30 bis 20 Uhr für Fortgeschrittene.

Judo

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Ralf Alsfeld
Stellv. Spartenleiter Judo

Nein sagen kann auch Spaß machen.

Der Wurf »O-soto-otoshi« hat anfangs einige Überwindung gekostet.

Die Schüler können nun verhindern, dass sie jemand im Griff bekommt.